Gleichbehandlung? Aber sicher.

Wer hätte das gedacht – jetzt fange ich doch noch an zu bloggen. Animiert dazu hat mich die derzeitige Diskussion um die angebliche Frauenfeindlichkeit der Piratenpartei und zuletzt Melas schöner Blogpost dazu.

Mela schreibt, sie möchte selbstverständliche Gleichberechtigung statt Feminismus. Das unterschreibe ich – und habe noch ein paar Gedanken dazu:

Die selbstverständliche Gleichberechtigung erlebe ich in der Piratenpartei so, wie ich sie noch an kaum einer anderen Stelle erlebt habe. Sie ist so selbstverständlich, dass keiner es für nötig hält, das noch extra zu erwähnen – und dadurch entsteht für Außenstehende bestenfalls der Eindruck, dass uns Gleichbehandlung egal ist und schlimmstenfalls, dass wir sie nicht wollen.

Genauso, wie ich als Pirat unter Piraten behandelt werde, möchte ich auch sonst behandelt werden – aber die Piraten sind da tatsächlich weiter als ein Teil der Restgesellschaft. Und weil Frauen häufig noch den Eindruck haben, in „Männerclubs“ unerwünscht zu sein (und es an vielen Stellen auch noch sind), wird das auf die Piratenpartei, die von außen als „Männerclub“ wahrgenommen wird, projiziert.

Die jetzt doch gegründete AG 2X hat nichts mit Frauenbeauftragten, Quoten (Frauen in die Partei und in Ämter prügeln oder was?) oder gar mit der Einführung des unsäglichen Binnen-I zu tun. Was wir wollen ist, Frauen zu zeigen, dass Piratenthemen auch sie angehen. Dass sie in der Piratenpartei gut aufgehoben sind und die gleichen Chancen und die gleiche Stimme haben wie alle anderen. Dass sie keine Angst davor haben müssen, mitzumachen, auch wenn wir noch in der Unterzahl sind. Frauen sind in der Piratenpartei sehr aktiv und keiner würde auf die Idee kommen, ihnen Steine in den Weg zu legen, weil sie Frauen sind.

Die Frauen, die uns jetzt gerade misstrauisch beäugen und gegen uns wettern, wollen meiner Meinung nach nicht gleich behandelt werden, sondern besser. Sorry, Girls – nicht mit uns.  Die Gleichbehandlung existiert bereits und wir dürfen stolz darauf sein und der Welt sagen: so geht es.

Advertisements

Über Silke Suck
Ich bin selbstständige Linux-Sysadmin und Webentwicklerin und seit Ende Juli 2009 Mitglied der Piratenpartei. Im September 2009 wurde ich zur Vorsitzenden des Kreisverbands Waldeck-Frankenberg gewählt, seit 2010 bin ich wieder Basispirat. Ich war fast drei Jahre - aus persönlichen und völlig parteiunhabhängigen Gründen - inaktiv und hole derzeit auf, was ich verpasst habe. Die Piratenpartei ist eine der wenigen Oasen in unserer Gesellschaft, in der ich mich einfach als Mensch akzeptiert fühle, in der ich nicht ständig das Gefühl habe, dass mein Frausein eine - negative oder positive - Rolle spielt. Um dieses Gefühl mitzuteilen, habe ich dieses Blog begonnen. Wer mich persönlich kennenlernen möchte, trifft mich jeden 1. und 3. Mittwoch beim Höchster Stammtisch in der Gaststätte Zum Bären am Höchster Schlossplatz in Frankfurt.

37 Responses to Gleichbehandlung? Aber sicher.

  1. Bernd says:

    Wollkommen bei den Bloggern. :)

  2. Pingback: pego's status on Friday, 04-Sep-09 23:15:45 UTC - Identi.ca

  3. michamo says:

    Super Post zum Auftakt!

    Grüße aus Kassel, michamo

  4. Willkommen und Danke!
    Ich finde diese Diskussion absolut unsinnig. Wo ist denn das Thema? Kommt es bei aktiver Beteiligung an Politik auf die Unterschiede zwischen den Geschlechtern an? Absolut Nein! Wer für Quoten beim Anteil der Frauen ist, muss auch für Quoten für Vegetarier, Niedersachsen, Autofahrer, Fussballspieler und Bausparer sein. Das wird dann aber etwas unübersichtlich und die Chance, die richtige Person auf die richtige Position zu bekommen, wird ziemlich gering.

    • silkepp says:

      Nein, es kommt nicht auf das Geschlecht an. Jedenfalls nicht in der Piratenpartei. In anderen Parteien (und auch an ganz anderen Stellen in unserer Gesellschaft) kommt es aber noch darauf an, da kann es vorkommen, dass Frauen benachteiligt werden. Oder Vegetarier. Oder Niedersachsen. Dass Autofahrer wirklich benachteiligt werden (nicht nur sich benachteiligt fühlen), sehe ich in Deutschland eher nicht ;-) Vermutlich hat eine Maßnahme wie eine Frauenquote an der ein oder anderen Stelle sogar Sinn – bei den Piraten hätte sie keinen Sinn, weil es keine Benachteiligung gibt. Das muss aber erst mal „draußen“ ankommen.

      • /ajk says:

        Silke, sie werden NICHT benachteiligt. Bei (fast?) allen Parteien ist der Frauenanteil in den höheren Stufen der Partei höher als überhaupt der Anteil von Frauen in den Parteien.

        /ajk

  5. Shampie says:

    Wow ich bin eine der ersten? :D
    ich bin auch ein weiblicher Pirat und kann das, was du da geschrieben hast, so unterschreiben. Ich werde genauso gut behandelt wie andere auch!
    Schlimm, was sich die Piratenfeinde immer so ausdenken xD

    Arrrrrr-ige Grüßle
    Shampie

    • danilola says:

      @Shampie
      eine kritik kann andere ursachen haben als „piratenfeindschaft“. schade, dass dies immer wieder so verstanden wird. ich dachte piraten stehen für transparente diskussionen und meinungsvielfalt.

  6. WolfgangP says:

    Dazu hatte ich auch schon was geschrieben, schon ein paar Tage her: http://wolfgangp.wordpress.com/2009/08/14/frauen-bei-den-piraten/

  7. Pingback: Wir brauchen eine Männerquote | Einzelmeinung

  8. Pingback: Piraten, Frauen und Genderwasauchimmer « Piratenleben

  9. Goofos says:

    Um ehrlich zu sein finde ich es schade, dass nun doch eine AG 2X gegründet wurde. Denn im Gegenzug würde ich nun eine AG XY fordern.

    • Silke Suck says:

      Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Was hindert dich daran, eine AG XY zu gründen? Gleichbehandlung bedeutet auch, dass man dir keine Steine in den Weg legt, wenn du den Eindruck hast, dass Männer besser angesprochen werden könnten und du dich dafür engagieren möchtest.

      • /ajk says:

        Naja Silke,

        es ist einfach in der Gesellschaft nachzuvollziehen das wenn Frauen anfangen für Frauen Politik zu machen, Männer ins Hintertreffen gelangen. Das heisst es braucht ein Gegenstück zu dem ersten Gegenstück. Sonst passiert das was wir haben. Jammernde Politikerinnen die Frauen einreden das sie wehrlos und unterdrückt sind.

        /ajk

      • rob says:

        @/ajk: bitte vor lauter paranoia nicht vergessen, den text ganz zu lesen. Silke schreibt als ziel der AG 2X:

        „Was wir wollen ist, Frauen zu zeigen, dass Piratenthemen auch sie angehen. Dass sie in der Piratenpartei gut aufgehoben sind und die gleichen Chancen und die gleiche Stimme haben wie alle anderen. Dass sie keine Angst davor haben müssen, mitzumachen, auch wenn wir noch in der Unterzahl sind.“

        Es ist keine politik-AG, sondern eine kommunikations/aussenwirkungs-AG.

        Ausserdem sagt sie ebenfalls, und Du antwortest sogar direkt darauf (bzw. eben nicht), dass diese „gegenstueck“ ja jederzeit gegruendet werden kann, sollte es jemand fuer noetig halten, maenner genau so explizit anzusprechen und zu informieren, wie die AG 2X es mit frauen plant. Wo ist also hier gerade das problem?

        PS: ist schon etwas aelter hier, aber ich wollte das nicht so stehen lassen, sorry ;-)

  10. Pingback: Wir müssen wütend werden « FemokratieBlog

  11. Pingback: blariog.net

  12. /ajk says:

    Tja und nun stell Dir vor das Frauen früher ebenso in der Gesellschaft gleichgestellt waren, und nur deswegen von Feministinnen und Frauenbewegten als Diskriminiert wahrgenommen worden ist, weil diese Gruppierungen absichtlich alles negativ dargestellt haben was früher einmal war.

    Zur verdeutlichung: http://gedankenrausch.blogspot.com/2009/09/preussisches-eherecht-1794.html

    Das Preussische Eherecht von 1794. Mir als Mann zeigt sich auf, das Männer alle Rechte verloren haben, dafür alle Pflichten weiterhin tragen und Frauen alle Pflichten verloren haben. Das ist ungerecht.

    Das Frauen nicht überall gerne gesehen werden ist mir klar, auch Männer möchten für sich alleine bleiben. Mir geht das ganze „Wir erobern Männerdomänen“ ziemlich auf den Sack. Das Frauen sich weniger für Politik interessieren liegt AN DEN FRAUEN, und an niemanden sonst. Sie leben einfach so wie sie wollen. Die meisten sind glücklich damit.

    /ajk

    • Silke Suck says:

      „§. 184. Der Mann ist das Haupt der ehelichen Gesellschaft; und sein Entschluß giebt in gemeinschaftlichen Angelegenheiten den Ausschlag.“
      Eine Frau konnte nichts ohne die Zustimmung ihres Mannes machen. Gleichberechtigung? Ich bitte dich. Was auch immer du da an verlorenen Rechten des Mannes und verlorenen Pflichten der Frau rausliest, entspringt nur deinem Wunsch, es da rauszulesen. Frauen wurden spätestens mit der Verbreitung des Christentums benachteiligt (schon mal das Alte Testament gelesen? Aber eigentlich will ich gar nicht wissen, was du da rauslesen würdest …) und auch heute noch finden Benachteiligungen aufgrund des Geschlechts statt – sowohl für Männer als auch für Frauen.

      Der restliche Unsinn, Frauen seien von ihrer Anlage her nicht an Politik interessiert, erinnert mich an von Bischoff, der meinte, Frauen könnten wegen des zu kleinen Gehirns nicht studieren (müsste in den 1860ern gewesen sein). Und erzähl mal Regina Halmich oder Susi Kentikian, dass du sie nicht in der Männerdomäne Boxsport sehen möchtest.

      Achja, und der Vollständigkeit halber: diese dämliche Unterscheidung nach Geschlecht findet in der Piratenpartei nicht statt.

  13. Herzlichen Glückwunsch zu dem gelungenen Einstand als Bloggerin. Ich begrüße Ihre und die Haltung der Piraten-Partei zu Geschlechterfragen sehr. Sie haben die Ideologisierung und den Gleichstellungsquotenterror souverän ignoriert. Was Sie in Ihrer Partei diesbezüglich tun, entspricht, denke ich, der Tendenz meines Blogs „Geschlechtsverwirrung“ http://www.brainlogs.de/blogs/blog/geschlechtsverwirrung: Ein entspanntes, unideologisches Geschlechterverhältnis jenseits des früheren Patriarchats (das nun wirklich in der westliche Welt tot ist) aber auch jenseits eines ideologischen Feminismus und realitätsferner, wissenschaftsfeindlicher Gender-Theorien ist möglich.

  14. biene maja says:

    NA KLAR…IHR HABT UNS FRAUEN GERADE DIE WELT ERKLÄRT..DANKE^^

  15. Seth03 says:

    Das Geschlecht kommt nach dem Mensch sein. In der Verfassung steht nichts vom Geschlecht.

  16. Timo says:

    Hallo Silke, mich hat das Zensusschwert im maedchenblog auch getroffen.
    Mir lag die Frage auf der Zunge – und kurzzeitig lag sie wohl auch auf dem maedchenblog – warum es denn keine der etablierten parteien bislang geschafft hat mal eine frau (mann fällt mir allerdings auch keiner ein) aus ganz bildungsfernen schichten bzw mit h4 erfahrungen in ihren reihen am liebsten im bundestag oder zumindest mal medienwirksam zu positionieren.

    sonst haben all die feministischen anstrengungen vor allem nur den anschein für damen vom gymnasium annehmlichkeiten, durch die benachteiligungen anderer, die entsprechend auch bleiben muessen, zu erlangen.

    ich hoffe der gedankengang stört hier weniger.

    Liebe Grüße Timo

  17. @ Timo: Die etablierten Parteien haben das noch nicht geschafft (bis auf unsere beratungsresistente Familienministerin), aber ich sehe Licht am Horizont:
    Kader Loth ist Frauenbeauftragte der Berliner Freien Union (Gabriele Paulis Partei) – Wenn das nicht die bildungsferne Schicht ist, weiss ich es auch nicht! … guckst Du hier … http://www.welt.de/vermischtes/article4113319/Kader-Loth-wird-Frauenbeauftragte-der-Pauli-Partei.html

  18. Christiane says:

    Wir kann man denn behaupten, bei den Piraten herrsche bereits Gleichberechtigung, wenn nicht einmal eine einzige Frau fuer den Bundestag kandidiert? Das wagt ja nicht einmal die CDU so eine Kandidatenliste vorzulegen! Es geht auch nicht darum, ob Frauen bevorzugt werden, sondern darum, Frauen angemessen zu beteiligen. Auch eine Partei lebt und profitiert von der Vielfalt ihrer Mitglieder. Da ist die Geschlechterfrage eigentlich schon eine Lachnummer und nicht einmal das scheint zu klappen. Wer Waehler erreichen will, muss auch dafuer sorgen, dass sich die Waehler in der Partei repraesentiert fuehlen und sich bis zu einem gewissen Grad mit den Kandidaten und ihren Ideen identifizieren koennen. Und dazu gehoeren eben auch Frauen.
    Ich sympathisiere sehr mit den Ideen und Forderungen der Piratenpartei, aber ich tue mir sehr schwer, mich von einer Hand voll maennlichen, nerdigen Bindestrich-Informatikern gut vertreten zu fuehlen.

    • Silke Suck says:

      Wir haben mindestens zwei Direktkandidatinnen (die unterschiedlichen Informationen an unterschiedlichen Stellen sind ein PR-Problem *seufz*): Nicole Hornung und Suat Kasem. Der Prozentsatz der Frauen unter den Direktkandidaten dürfte damit dem der Frauen in der Piratenpartei nahe kommen. Christiane, wir können doch keine Frauen in Kandidaturen oder Ämter zwingen – was hätte das mit Gleichberechtigung zu tun?

    • Timo says:

      Dann stimmst du zumindest mit den Maskulisten dahingehend überein, dass die sich nicht von Gendermainstreamerinnen (da braucht’s kein BinnenI) nicht vertreten fühlen. Das ist schon irgendwie interessant.
      Das ist in etwa so, wie eine Gruppe Jugendlicher die Schwimmen geht und alle Mädchen sind auf einmal happy, wenn die tobenden Jungen sie ins Becken werfen, sie würden sich ja sonst nicht ausreichend vertreten fühlen.
      Feministinnen scheinen erst dann happy zu sein – um bei diesem Beispiel zu bleiben – , wenn die Jungs erst in’s Wasser dürfen, sobald ausreichend Mädels da warten.

      • Christiane says:

        Der Punkt ist, auch wenn Du es nicht nachvollziehen kannst, als Partei muss man sich erst mal anhoeren und ernst nehmen, was potenzielle Waehlerinnen dazu bewegt, die Partei nicht zu waehlen, um Dinge zu aendern, wenn man eine Wahl gewinnen will. Ohne (mehr) Frauen ins Boot zu holen (als Aktive und als Waehlerinnen) kann man keine Partei zum Erfolg fuehren heutzutage. Man muss genau analysieren, woran es liegt, dass die Piraten eher maessigen Zulauf von Frauen haben. Ich habe nur ein Beispiel genannt – wenig Identifikationsmoeglichkeiten – es gibt sicher noch mehr Gruende. Hoert Euch die Bedenken und Kritik doch erst einmal an, ohne sie sofort als abwegig abzutun oder sie, wie teilweise an anderer Stelle geschehen, laecherlich zu machen. Ich finde ein bisschen weniger „von oben herab“ zu diskutieren wuerde den Piraten gut stehen. Wer Waehler (und Aktive) erreichen will, sollte erstmal zuhoeren bevor man jede Kritik im Keim erstickt.

        • Silke Suck says:

          @Christiane
          Genau daran – mehr Frauen ins Boot zu holen – arbeiten wir ja. Dabei ist konstruktive Kritik wie deine absolut willkommen. Wir lehnen es aber trotzdem entschieden ab, Frauen zwangsweise in Ämter und Kandidaturen zu setzen. Unser Ansatz ist, Frauen davon zu überzeugen, dass Piratenthemen auch sie angehen und dass sie, wenn sie das möchten, jede Möglichkeit haben, in der Piratenpartei aktiv zu werden. Zur Not einzeln. Und je mehr Frauen da sind, desto mehr sind auch in Ämtern, und desto einfacher wird es.
          Kannst du dir vorstellen, wie frustrierend es ist, als Frau von Piraten absolut ernst genommen und gleichberechtigt behandelt zu werden und gleichzeitig von Außenstehenden als Fake bezeichnet zu werden, wenn man das auch mitteilt? Irgendwann reagiert man dann einfach nicht mehr gelassen …

  19. Pallas says:

    Ich habe gerade schon Melas Artikel zum gleichen Thema kommentiert, daher hier nur das Fazit:

    „Gleichstellung (wohlgemerkt nicht „-berechtigung“) ist in der Gesellschaft noch laengst nicht erreicht, aber IMHO ist die Piratenpartei weiter als der Durchschnitt. Und momentan sind mir meine Buergerrechte das allerwichtigste!“

    Und noch ein bisschen was zum zum Nachdenken anregen:

    http://blog.codebabes.de/2007/05/19/the-male-privilege-checklist/
    http://blog.codebabes.de/2008/05/21/manner-nehmt-elternzeit/
    http://blog.codebabes.de/2008/05/14/quod-erat-demonstrandum/

  20. Pallas says:

    Sorry, vergessen zu schreiben, dass ich Piratin bin.

  21. Christiane says:

    @Silke
    Ich lebe in einem Land (UK), in dem es auch selten Quoten gibt, dafuer aber sehr genau beobachtet wird, ob wirklich gleiche Chancen fuer alle da sind. Und das wiederum wird auch statistisch gemacht. Ein Arbeitgeber, der 20% schwarze Bewerber hat, aber keinen einzigen schwarzen Mitarbeiter, bekommt unter Umstaenden Probleme, um mal ein Beispiel zu nennen. Ich bin gar nicht so sehr fuer eine Quote, sondern fuer einen sehr bewussten Umgang mit dem Thema. Pauschalaussagen wie „Frauen sind bei den Piraten gleichberechtigt“ wirken nicht glaubhaft, wenn die Piraten nach aussen nicht auch ein weibliches Gesicht zeigen. Und das sehe ich derzeit ueberhaupt nicht.
    Und was die Gelassenheit betrifft: Da werden noch weit unbequemere Diskussionen auf die Partei zukommen. Gelassenheit ist in der Politik eine Eigenschaft, die man sich moeglichst frueh aneignen sollte.

  22. Hier gibt es einen längeren Kommentar von Thilo (ritinardo) zum Thema:
    http://www.einzelmeinung.de/?p=337

  23. Felix says:

    Genau so seh ich das auch. Für mich ist Gleichbehandlung kein Thema, weil ich sie lebe, ohne darüber nachdenken zu müssen. Mir kommen viele Äußerungen dazu seltsam vor, weil ich nicht weiß, wovon die Leute reden. Laberei ist das oft, populistisch. Dass es noch Missstände gibt, glaube ich. Es werden aber zu viele Leute, für die Gleichheit selbstverständlicher Alltagsbestandteil ist, zu Unrecht angemacht.

    Ich habe schon am eigenen Leib erfahren, wenn eine Frauenbeauftragte kommt und mich anmeckert, ich solle doch bitte beide Geschlechter nennen. Nun, ich wusste gar nicht was sie will, weil ich doch neutral schrieb. Tjah… „Liebe Kollegen“ ist halt nur in meinem Kopf neutral, gemeint habe ich alle – dass es nur die männliche Form ist, ist mir gar nicht aufgefallen. Doch was ist einfacher: Es in unserem Kopf klar kriegen oder die Sprache neu erfinden? Dieses endlos blöde doppelte Erwähnen beider Geschlechter, in welcher Form auch immer, lässt mir Pickel wachsen. Und das geht meinem Umfeld – ob Mann oder Frau – genauso.

    Ich habe jedenfalls das Gefühl, dass, bildhaft gesprochen, viele Kämpferinnen für Waffengleichheit kämpfen um ihre Siegchancen zu erhöhen. Darum geht es aber nicht, sondern es geht um gleichberechtigten Frieden. Meine Bekannten – Bekanntinnen? Weibliche Bekannte? – jedenfalls finden es selbst lächerlich, weil sie ebenfalls die Gleichheit alltäglich leben und den Zirkus nicht nachvollziehen können. „Piraten“ sind für sie keine Männer, sondern eine Gruppe von Menschen beliebigen Geschlechts.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: